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Vision Systeme für Roboter und industrielle Bildverarbeitung

Vision Systeme erkennen Bauteile, prüfen Qualitätsmerkmale und liefern Robotern Positionsdaten. Auf dem RBTX Marktplatz vergleichen Sie kompakte Vision-Sensoren, Smart Cameras, Codeleser, 2D-Roboterführung, 3D-Kameras und KI-gestützte Bildverarbeitungssysteme für unterschiedliche Automatisierungsaufgaben.

Welches Vision System passt zu Ihrer Anwendung?

Die Auswahl sollte nicht mit der Auflösung oder einem bestimmten Kameramodell beginnen. Entscheidend ist zuerst, welche Information das System liefern muss.

Soll lediglich erkannt werden, ob ein Bauteil vorhanden ist? Muss ein Code gelesen, ein Montagefehler gefunden oder die Position eines Werkstücks bestimmt werden? Benötigt der Roboter nur X- und Y-Koordinaten oder zusätzlich Höhe, Neigung und räumliche Orientierung?

Aus diesen Anforderungen ergibt sich, ob ein kompakter Vision-Sensor, eine Smart Camera, ein Codeleser, ein 2D-Roboterführungssystem oder eine 3D-Lösung benötigt wird.

Aufgabe

Häufig geeignete Produktgruppe

Beispiele aus dem RBTX Sortiment

Anwesenheit und Vollständigkeit prüfen

2D-Vision-Sensor

ifm Vision-Sensoren, SICK Inspector

Konturen oder Oberflächen prüfen

Vision-Sensor oder Smart Camera

ifm Vision-Sensoren, SICK Inspector, Dobot VX500

Barcode oder Data-Matrix-Code lesen

Kamerabasierter Codeleser

SICK Lector

Flach liegende Teile positionieren

2D-Roboterführung

SICK PLOC2D

Räumliche Position und Orientierung bestimmen

3D-Vision-Sensor

Mech-Eye-Serie, SICK TriSpector

Ungeordnete Teile aus Behältern greifen

3D-Robot-Guidance-System

Mech-Eye-Systeme, GuideNOW

Variable Fehlerbilder erkennen

KI-gestütztes Vision System

INSPEKTO S70, robobrain.vision

Individuelle Vision-Lösung aufbauen

Kameramodul

USB-Kameramodule und 4K-Vision-Lösungen

Vision-Sensor, Smart Camera oder komplettes Vision System?

Im Produktgrid stehen unterschiedliche Systemklassen nebeneinander. Sie erfüllen nicht dieselbe Aufgabe und sollten deshalb nicht allein anhand des Preises verglichen werden.

Vision-Sensor

Ein Vision-Sensor kombiniert Kamera, Bildauswertung und häufig eine integrierte Beleuchtung in einem kompakten Gehäuse. Er eignet sich für klar definierte Aufgaben wie Anwesenheitskontrolle, Konturerkennung, Farbprüfung oder einfache Gut-Schlecht-Entscheidungen.

Die sichtbaren Sensoren von ifm und SICK gehören zu dieser Produktgruppe. Sie sind besonders interessant, wenn eine einzelne Prüfaufgabe ohne umfangreiche individuelle Programmierung umgesetzt werden soll.

Smart Camera

Eine Smart Camera vereint Bildaufnahme und Verarbeitung ebenfalls in einem Gerät. Je nach Modell bietet sie umfangreichere Softwarefunktionen, flexiblere Prüfabläufe oder zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten.

Die Dobot VX500 ist ein Beispiel für diese Klasse. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, für welche Roboter, Steuerungen und Anwendungen das jeweilige System ausgelegt ist.

Kamerabasierter Codeleser

Ein Codeleser ist auf die Erkennung von Barcodes, Data-Matrix-Codes, QR-Codes oder Klarschrift spezialisiert. Er ist meist die passende Wahl, wenn die sichere Identifikation eines Produkts im Mittelpunkt steht.

Müssen neben dem Code auch Position, Kontur, Farbe oder Qualitätsmerkmale geprüft werden, ist ein allgemeineres Vision System oft geeigneter.

Modulares oder vollständiges Roboterführungssystem

Ein modulares System besteht aus separat auswählbaren Komponenten wie Kamera, Objektiv, Beleuchtung, Software und Recheneinheit. Es bietet hohe Flexibilität, verursacht aber auch mehr Auslegungs- und Integrationsaufwand.

Ein vollständiges Roboterführungssystem geht weiter: Es erkennt Bauteile, berechnet Koordinaten und übermittelt diese an die Robotersteuerung. Je nach Lösung können Kalibrierung, Objekterkennung und Guidance-Software bereits enthalten sein.

Systemtyp

Typischer Vorteil

Besonders geeignet für

Vision-Sensor

kompakt und schnell konfigurierbar

standardisierte Prüfaufgaben

Smart Camera

Auswertung direkt im Gerät

flexible Einzelanwendungen

Codeleser

auf Identifikation optimiert

Codes und Rückverfolgbarkeit

Kameramodul

gut in eigene Software integrierbar

individuelle Entwicklungen

Modulares Vision System

hohe Anpassbarkeit

komplexe Prüfungen

Roboterführungssystem

direkte Koordinatenübergabe

Pick-and-Place und Bin Picking

2D- oder 3D-Vision-System?

Ein 2D-System analysiert Konturen, Farben, Helligkeiten und Positionen innerhalb einer Bildebene. Ein 3D-System erfasst zusätzlich Höhen-, Tiefen- oder Entfernungsinformationen.

Auswahlkriterium

2D-Vision-System

3D-Vision-System

Erfasste Information

Kontur, Farbe und Position in einer Ebene

zusätzlich Tiefe, Höhe und räumliche Orientierung

Werkstücklage

möglichst konstant

darf räumlich variieren

Typische Anwendungen

Prüfung, Code-Lesen und 2D-Positionierung

Bin Picking, Depalettieren und räumliche Roboterführung

Integration

meist einfacher

meist aufwendiger

Datenmenge

geringer

höher

Beispiele im Sortiment

ifm Vision-Sensoren, SICK Inspector, PLOC2D

Mech-Eye-Serie, SICK TriSpector

Ein 3D-System ist nicht automatisch die bessere Lösung. Liegen Bauteile flach auf einem Förderband oder in einem Tray und unterscheiden sie sich nur in X-, Y-Position und Drehwinkel, kann 2D ausreichend und wirtschaftlicher sein.

3D wird relevant, wenn Teile unterschiedlich hoch liegen, geneigt sind, sich überdecken oder ein Roboter einen räumlichen Greifpunkt benötigt.

Wann reicht eine 2D-Roboterführung?

Eine 2D-Roboterführung bestimmt die Lage eines Werkstücks innerhalb einer Ebene. Typischerweise werden X- und Y-Position sowie der Drehwinkel berechnet.

Sie eignet sich beispielsweise für:

  • Pick-and-Place von flach liegenden Bauteilen

  • Teile in Trays

  • geordnete Zuführung

  • Sortieraufgaben

  • Lagekorrektur vor der Montage

  • Maschinenbeladung bei konstanter Objekthöhe

Das im Sortiment sichtbare SICK PLOC2D gehört zu dieser Produktgruppe.

Vor dem Kauf sollte geklärt werden, ob alle Teile auf derselben Ebene liegen, ob Überdeckungen auftreten und welche Genauigkeit am Greifpunkt erforderlich ist. Sobald sich Höhe, Neigung oder räumliche Orientierung relevant verändern, sollte eine 3D-Lösung geprüft werden.

Wann benötigen Roboter Vision Systeme mit 3D-Technologie?

3D-Vision-Systeme werden eingesetzt, wenn der Roboter räumliche Informationen benötigt. Typische Anwendungen sind:

  • Bin Picking

  • Depalettieren

  • Greifen unterschiedlich hoher Werkstücke

  • Erkennung geneigter oder gedrehter Teile

  • Roboterbeladung aus Behältern

  • Volumen- und Höhenprüfung

  • räumliche Qualitätskontrolle

Im Produktgrid sind mehrere Mech-Eye-Modelle sowie 3D-Produkte von SICK sichtbar. Die Varianten unterscheiden sich nicht nur durch ihre Leistung, sondern sind für unterschiedliche Sichtfelder, Arbeitsabstände, Teilegrößen und Genauigkeitsanforderungen vorgesehen.

Anwendung

Wichtige Auswahlkriterien

Kleine Bauteile

kleines Sichtfeld und hohe Detailerfassung

Große Bauteile oder Behälter

großes Sichtfeld und ausreichender Arbeitsabstand

Tiefe Behälter

geeigneter Tiefenbereich und freie Sicht

Präzise Montage

stabile Kalibrierung und genaue Positionsdaten

Bin Picking

Punktwolkenqualität, Greifpunktberechnung und Behältergeometrie

Dunkle oder glänzende Teile

Eignung für die konkrete Oberfläche

Kurze Taktzeit

Aufnahme- und Auswertegeschwindigkeit

Welche 3D-Kamera passt, lässt sich deshalb nur anhand des realen Arbeitsbereichs beurteilen.

Wann sind KI-gestützte Vision Systeme sinnvoll?

Klassische Bildverarbeitung arbeitet mit festen Regeln, beispielsweise Konturen, Farbwerten, Abständen oder Codes. Sie eignet sich besonders für stabile Prozesse mit klar beschreibbaren Merkmalen.

KI-gestützte Systeme können sinnvoll sein, wenn Fehlerbilder oder Objektvarianten stark schwanken. Beispiele sind natürliche Oberflächen, unregelmäßige Beschädigungen oder wechselnde Bauteilformen.

Im RBTX Sortiment sind verschiedene KI-orientierte Lösungen sichtbar:

  • INSPEKTO S70 für visuelle Qualitätsprüfung

  • robobrain.vision für intelligente Objekterkennung

  • GuideNOW für KI- und 3D-gestützte Roboterführung

KI ist jedoch nicht für jede Anwendung erforderlich. Codes, Maße, definierte Konturen und eindeutige Anwesenheitsprüfungen lassen sich häufig einfacher mit regelbasierter Bildverarbeitung lösen.

Welche technischen Kriterien sind für die Auswahl wichtig?

Sichtfeld und Arbeitsabstand

Das Sichtfeld beschreibt den Bereich, der in einer Aufnahme sichtbar sein muss. Der Arbeitsabstand ist die Entfernung zwischen Kamera und Werkstück.

Ein großes Sichtfeld erfasst mehr Fläche, kann aber die erkennbaren Details reduzieren. Deshalb sollten Aufnahmebereich und Arbeitsabstand nicht größer gewählt werden als für die Anwendung notwendig.

Auflösung

Die benötigte Auflösung hängt vom kleinsten relevanten Merkmal ab. Eine Anwesenheitsprüfung benötigt weniger Bilddetails als die Erkennung eines feinen Kratzers oder die Vermessung einer kleinen Kante.

Mehr Megapixel sind nicht automatisch besser. Eine höhere Auflösung erzeugt größere Datenmengen und kann die Auswertungszeit verlängern.

Beleuchtung

Die Beleuchtung bestimmt, welche Merkmale im Bild sichtbar werden. Viele kompakte Vision-Sensoren und Smart Cameras besitzen bereits eine integrierte Beleuchtung.

Bei glänzenden, transparenten, dunklen oder stark strukturierten Bauteilen kann jedoch eine externe Beleuchtung notwendig sein. Das System sollte deshalb mit realen Gutteilen, Schlechtteilen und zulässigen Varianten getestet werden.

Schnittstellen und Software

Das Vision System muss Ergebnisse an Roboter, SPS oder Maschine übertragen können.

Je nach Anwendung werden unterschiedliche Daten benötigt:

Anwendung

Benötigtes Ergebnis

Anwesenheitsprüfung

Gut-Schlecht-Signal

Qualitätskontrolle

Prüfergebnis oder Messwert

Codelesen

decodierter Inhalt

2D-Roboterführung

X-, Y-Position und Drehwinkel

3D-Roboterführung

räumliche Position und Orientierung

Bin Picking

Objektposition und Greifpunkt

Vor dem Kauf sollten Kommunikationsschnittstellen, Softwarelizenzen, verfügbare Roboter-Plug-ins und Möglichkeiten zur Datensicherung geprüft werden.

Wann ist ein Kameramodul ausreichend?

Ein Kameramodul ist nicht automatisch ein vollständiges Vision System. Es liefert zunächst Bilddaten. Für eine automatisierte Auswertung können zusätzlich erforderlich sein:

  • Objektiv

  • Beleuchtung

  • Halterung

  • Recheneinheit

  • Software

  • Kalibrierung

  • Programmierung

  • Schnittstelle zur Steuerung

Kameramodule eignen sich, wenn bereits eine passende Software- und Steuerungsumgebung vorhanden ist oder eine individuelle Lösung entwickelt werden soll.

Für eine standardisierte Prüfaufgabe kann ein Vision-Sensor oder eine Smart Camera trotz höherem Produktpreis einfacher zu integrieren sein.

Welche Lösung passt zu welcher Anwendung?

Anwendung

Häufig passende Produktklasse

Besonders wichtig

Pick-and-Place flacher Teile

2D-Roboterführung

Kalibrierung und konstante Höhe

Bin Picking

3D-Robot-Guidance

Greifpunkte und Behältergeometrie

Qualitätskontrolle

Vision-Sensor, Smart Camera oder KI-System

klar definiertes Fehlerbild

Codelesen

Kamerabasierter Codeleser

Codegröße, Abstand und Bewegung

Montageprüfung

Vision-Sensor oder Smart Camera

Vollständigkeit und Teilelage

Depalettieren

3D-Vision-System

Ladehöhe und Sichtfeld

Sortieren

Vision-Sensor oder KI-System

sichere Unterscheidung

Individuelle Entwicklung

Kameramodul oder modulares System

Software und eigenes Know-how

Welche Kosten entstehen bei einem Vision System?

Die Produkte im Grid reichen von einzelnen USB-Kameramodulen bis zu vollständigen 3D- und KI-Systemen. Ein Preisvergleich ist deshalb nur innerhalb vergleichbarer Produktklassen sinnvoll.

Systemklasse

Typische Kostentreiber

Kameramodul

Optik, Licht, Software und Integration

Vision-Sensor

Auflösung, Beleuchtung und Auswertungsfunktionen

Smart Camera

Rechenleistung, Software und Schnittstellen

Codeleser

Codearten, Lesereichweite und Geschwindigkeit

2D-Roboterführung

Kalibrierung und Roboteranbindung

3D-Vision-System

Sichtfeld, Arbeitsabstand und Tiefenauflösung

KI-System

Software, Einrichtung und benötigte Bilddaten

Zu den Gesamtkosten können außerdem Halterungen, Beleuchtung, Softwarelizenzen, Kalibrierung, Roboterprogrammierung und Tests gehören.

Die wirtschaftlichste Lösung ist deshalb nicht automatisch das günstigste Kameraprodukt. Entscheidend ist, wie viel zusätzliche Hard- und Software sowie Integrationsarbeit benötigt wird.

So wählen Sie das passende Vision System aus

  1. Definieren Sie die konkrete Prüf-, Erkennungs- oder Führungsaufgabe.

  2. Legen Sie das benötigte Ergebnis fest: Signal, Code, Messwert oder Koordinate.

  3. Beschreiben Sie Gutteile, Schlechtteile und zulässige Varianten.

  4. Bestimmen Sie Sichtfeld, Arbeitsabstand und kleinstes relevantes Merkmal.

  5. Prüfen Sie, ob 2D ausreicht oder 3D erforderlich ist.

  6. Wählen Sie zwischen Vision-Sensor, Smart Camera, Codeleser, Kameramodul und Roboterführungssystem.

  7. Berücksichtigen Sie Oberfläche, Farbe und Beleuchtung.

  8. Klären Sie Schnittstellen zu Roboter, SPS und Maschine.

  9. Prüfen Sie Softwareumfang und mögliche Lizenzkosten.

  10. Testen Sie die Lösung mit realen Werkstücken.

  11. Vergleichen Sie nicht nur den Produktpreis, sondern den vollständigen Integrationsaufwand.

Häufige Fragen zu Vision Systemen

Was ist ein Vision System?

Ein Vision System erfasst und analysiert Bilder oder 3D-Daten. Je nach Aufbau besteht es aus Kamera, Optik, Beleuchtung, Software, Recheneinheit und Schnittstellen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Vision-Sensor und einer Smart Camera?

Ein Vision-Sensor ist meist für klar definierte Standardaufgaben ausgelegt. Eine Smart Camera bietet je nach Modell umfangreichere Software- und Kommunikationsfunktionen. Die Begriffe werden von Herstellern jedoch nicht immer einheitlich verwendet.

Wann reicht ein 2D-Vision-System?

2D reicht häufig aus, wenn alle relevanten Merkmale in einer stabilen Ebene sichtbar sind. Beispiele sind Code-Lesen, Konturprüfung und die Positionierung flach liegender Teile.

Wann benötige ich ein 3D-Vision-System?

3D ist erforderlich, wenn Höhe, Tiefe, Neigung oder räumliche Orientierung relevant sind. Typische Anwendungen sind Bin Picking und Depalettieren.

Ist ein USB-Kameramodul ein vollständiges Vision System?

Nicht zwingend. Für die Bildauswertung können zusätzlich Optik, Beleuchtung, Software, Rechenleistung und eine Schnittstelle zur Steuerung erforderlich sein.

Brauche ich eine Farbkamera?

Eine Farbkamera oder RGBW-Lösung wird benötigt, wenn Farbe ein relevantes Prüfmerkmal ist. Für Konturen, Codes und viele Positionsaufgaben kann eine monochrome oder infrarote Auswertung ausreichen.

Kann jedes Vision System mit jedem Roboter verbunden werden?

Nein. Kommunikationsschnittstellen, Datenformate, Software und verfügbare Treiber müssen zur Robotersteuerung passen. Für Roboterführung ist außerdem eine geeignete Kalibrierung notwendig.

Wann ist KI sinnvoll?

KI kann bei stark variierenden Fehlerbildern oder Objektformen helfen. Für Codes, Maße und klar definierte Konturen ist klassische Bildverarbeitung häufig einfacher.

Wie teste ich ein Vision System vor dem Kauf?

Der Test sollte reale Gutteile, typische Fehlerteile und zulässige Produktvarianten enthalten. Beleuchtung, Arbeitsabstand, Bewegung und Umgebungsbedingungen sollten dabei möglichst realistisch nachgebildet werden.